SKYLOTEC High Protection. Best Performance.
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Für euch ausgechecked...

Kletterseil Stroke
Das SKYLOTEC „Stroke” mit 9 mm Durchmesser Bild vergrößern
Text: AlexW, Foto: MfG Skylotec

Eigentlich gilt: je dünner ein Seil, desto leichter, desto geringer auch die Lebensdauer und die Sicherheitsreserve des Seils. Und genau da widerlegt das neue Stroke, aber dazu später.

    Wer in den Mittelgebirgsgebieten wie Franken, Pfalz etc. klettert, für den reicht das Einfachseil aus, das es in handelsüblichen Durchmessern von 9 bis rund 11 mm gibt. Wer nicht auf Gletscher oder beim Eisklettern unterwegs ist, kann gut auf eine Imprägnierung verzichten.

    Die heute übliche Länge für Sportklettergebiete liegt bei 70 m, von daher ist das Gewicht ein wichtiges Kriterium. Als Spezifikation gilt: Ein Seil muss mindestens 5 Normstürze (theoretisch SF von 2, was er in der Praxis aufgrund von Reibung, Dehung und dynamsicher Sicherung nie erreicht wird) halten. Da einigen nicht klar ist, was Normsturz heisst und diejenigen glauben Sturz = Normsturz, wäre das in Sportklettertouren, die man erstmal ausbouldern muss und ständig abfliegt, ein bisschen wenig.

    Grob, ohne Berücksichtigung von Reibungswiderstand und dynamischer Sicherung kann der Sturzfaktor mit folgender Faustregel-Formel kalkuliert werden:

Sturzfaktor = Sturzstrecke in m / ausgegebene Seilmeter

    Beispiel 1:
    Ein Kletterer stürzt nach 50 m Klettern 5 m ins Seil. Das würde ein SF von lächerlichen 0.1 ergeben. Von diesen Soft-Stürzen hält ein Seil tausende.

    Beispiel 2:
    Ein Kletterer steigt vom Stand in 100 m Höhe 5 m weg und stürzt direkt in den Stand 10 m ab. SF ist dann 10 m / 5 m = SF von 2 ohne Berücksichtigung von Reibung, dynamischer Sicherung etc.

    Von daher werden in der Praxis eher als höchst möglicher SF etwa 1,7 bis 1,8 erreicht. Ein Normsturz erreicht diesen höchst möglichen Sturzfaktor.
    ABER: der Kletterer müsste bei einer Spezifizierung von 5 Normstürzen IMMER über die selbe Seilkante stürzen, also jedes Mal exakt aus 5 m über dem Stand 10 m ins Seil stürzen. Stürzt er z.B. nach 10 m Klettern 20 m ins Seil wird eine andere Seilkante belastet. Wie auch immer, ich klettere seit etwa 30 Jahren und habe bisher nur ein oder zwei Mal einen Normsturz hingelegt, also direkt in den Stand (einer in der Pfalz in einer zweiten Seillänge 16 m ins Seil). Stürze zwischen 5 m bis 18 m Länge mit geringem SF hatte ich tausende.

    Es gibt meines Wissens allerdings nur ein Seil aufm Markt (hat ausser Nylon-Fasern im Kern dünne Stahlfäden), dass einen Sturz über eine messerscharfe 90° Kante halten würde.
    Beispiel:
    Seil läuft hinter einer messerscharfen Schuppe und Kletterer stürzt über die Kante der waagrechten Schuppe. Dann würde ein Seil reissen, was auch schon öfters passiert ist. Das war aber auch z.B. im Granit, wo es überhaupt solche scharfen schmalen Kanten gibt. Seilführung ist bei diesen Touren sehr wichtig.

Lebensdauer von Seilen

    Hängt von Nutzung und Umgang ab. Als Faustregel gilt:
    • Bei fast täglicher Nutzung – weniger als 1 Jahr
    • Bei Nutzung jede Woche – bis zu 1 Jahr
    • Mehrmals im Monat – bis zu 3 Jahre
    • Einmal im Monat – bis zu 5 Jahre
    • Ohne Nutzung – nur lagern- max 10 Jahre

Wann das Seil muss entsorgt werden muss:

    • Wenn der Mantel beschädigt und der Kern sichtbar ist. Falls dies am Seilanfang oder -Ende auftritt, das Seil um diese Meter kürzen und die Enden neu verschweissen ( z.B. mit Feuerzeug oder Lötkolben (dann aber Seilmitte neu markieren)
    • Wenn das Seil mit Chemie in Berührung kam , z.B. Säuren, oder durch Öl, Teer, Fett verschmutz wurde.
    • Falls starke Verbrennungen durch Hitze oder Reibung am Mantel sichtbar sind
    • Nach extremen Belastungen (extreme Stürze oder durch Steigeisen verletzt bei Gletschertouren)
    • Bei extremer Mantelverschiebung

Seilpflege im Allgemeinen

    • Seilsack benutzen (schützt das Seil auch zuhause beim Lagern gegen UV-Strahlung)
    • Seilenden beim Klettern abwechseln, immer auch mal wieder durch Umlenker abziehen und die Seiten wechseln
    • Kühl, trocken und ohne direkte Sonne lagern
    • Reinigen und Waschen – bin ich kein Fan davon

Zurück zum Stroke:

Technische Daten

Das Stroke ist zudem zertifiziert um es als Einfachseil, Halb- oder Zwillingsseil zu verwenden

  • Durchmesser: 9 mm
  • Metergewicht: 54 g/m (liegt daher im Mittel bei Seilen dieses Durchmessers)
  • Fangstoss: 9.2/5.4/9.2 kN (Einfach-/Halb-/Zwillingsseil)
  • Normstürze: 5/15/37 (Einfach-/Halb-/Zwillingsseil)
  • Preis bei 70 m: 219 Euro (empf.VK, bekommt man online für rund 180 Euro)

Was ist maßgebend bei einem Seil und beim Stroke?
Handling, Krangelanfälligkeit, Robustheit und demnach Lebensdauer.

    Beim 9mm Stroke von SKYLOTEC können alle 3 Punkte mit ausgezeichnet bewertet werden.
    Das Handling ist top, es läuft schon beim Abwickeln nach Auslieferung leicht ohne Krangel von den Fingern. Das Stroke hatte ich jetzt ein Jahr im Einsatz. Es krangelt nicht, weder beim Sichern mit HMS, Achter, Tube, Grigri, auch diese Geräte im Wechsel im Einsatz. Dagegen sind viele Seile sehr anfällig wenn z.B. einer von HMS-Sicherung auf Tube oder Achter umstellt, vor allem beim Ablassen. Nach einem Jahr im Gebrauch gab es keine Mantelverschiebung, wie auch wenig Abrieb oder starke Verletzungen des Mantels, d.h. es ist sehr robust, lediglich etwas aufgeraut zeigt es sich. Normalerweise musste ich bisher jährlich mein EinfachSeil tauschen.

Fazit:

    Absolute Empfehlung 2012, noch nie vorher hatte ich ein Seil, dass selbst nach einem Jahr noch so viel Spass macht – kein Ärger mit Krangel oder schwierigem Handling beim Sichern – es läuft durch ein Tube oder Grigri, als wär's neu.