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Für euch ausgechecked...

LED Stirnlampe Petzl Zipka Plus2
von Alex Wenner Da war doch ein Licht....am Ende des Tunnels. Manch einem geht relativ spät ein Licht auf, anderen gar nicht und einige kaufen deswegen die Petzl Zipka,Tikka, Myo XP und andere Lamps diverser Firmen.

    In meinem Aufsatz gehts aber nur um Petzl , da ich keine anderen Marken zum Testen hatte und auch ausschließlich in der Anwendung beim Klettern, nicht beim Speleologisieren, also beim Abtauchen in Höhlen. Carbidlampen im direkten Vergleich würden den Rahmen dieser Abhandlung nur unnötig verkomplizieren. Wenn der Helium/Wasserstoff-Planet jedenfalls das Licht abends ausmacht, und der unter Adrenalin stehende Climber raus muss an die Wand, ist eine Lampe die einizge Abhilfe um Licht zu machen. Die Zeiten von Piaz, Comici, Bonatti oder Rebuffat sind vorbei, als man tagsüber bei gutem Licht kletterte und endlose Biwaknächte beim romantischen Candlelight Small Talk in Kauf nahm. Der moderne Alpinist steigt spätabends oder nach Mitternacht respektive frühmorgens ins kalte Gemäuer ein, und des Nächtens wieder aus, wenn die Wand entsprechend lang und schwer ist. Der dünnbewadete Sportkletterer steigt spät aus dem Bett aus, und spät, bei Topbedingungen in sein Projekt ein, spät wieder zum Après Climben ab. Auch da braucht es manchmal eine Stirnlampe in den dunklen Wäldern der Mittelgebirge, um sich nicht die Gräten zu verbiegen.
    Wer den Hüttenzauber in vollgefurzten Lagern der Alpen liebt, der braucht auch ne Lampe, um das Topo oder den Wanderplan für den nächsten Tag nach Hüttenruhe weiter zu studieren, oder manchmal auch, um die Toilette zu finden. Dies gilt vor allem für die Nachtpinkler und wegen zu viel Alk temporär Inkontinenten. Mein Gott, alle anderen dürften in den Alps chronisch dehydriert sein und keinen Drang dazu verspüren. Trotzdem, und das nervt an Hütten gewaltig: „Da gehts nach 22 Uhr zu wie auf einem Bahnhofsklo“.
    Aber back to topic: Es gibt viele Gründe, warum man oder frau eine Stirnlampe braucht.
    Kommen wir zu den Facts: Klobige Lampen mit großem Batteriefach fallen bei mir klar durchs Raster, da zu schwer und unelegant in der Anwendung. Tikka 2 und Zipka Plus 2 kommen da schon deutlich puristischer daher und bieten sich dem gewichtsreduzierenden Fanatiker an, der Gore-Jacken 50 g, Gurt 80 g, Exxen 20 g, oder den Rucksack 300 g leichter einkauft als andere. Die Zipka Plus 2 wiegt leer 33 g, inklusive batteries nur 71g. Da gibt's nix zu meckern.

Bock auf ein Alpin-Beispiel? Dann hier weiterlesen:

    Touren an der Trettach 2004 hatten wir uns die Route „Spiel der Geister“ (die linke rote Linie im Bild, Schlüssellängen kombiniert (60m) ohne Schlingenstand nach 25m: 8-/8) an der Trettachspitze vorgenommen. Als kleines Kind stand ich schon zusammen mit meinem Vater nach dem Aufstieg über den Nordostgrat (alpiner 3) auf dem beeindruckenden Gipfel. Rechts vom schwarzen Riss, der glatten Mauer direkt über Einödsbach, hatte der mittlerweile tödlich verunglückte Oberstdorfer Matthias Robl eine Wahnsinnslinie erstbegangen, die nur wenge Wiederholungen zählte, das Spiel eben. Zum Spiel hin hatte einige Zeit vorher der Robert Jasper schon „The Show must go on“ (6, die rechte rote Linie im Bild) erstbegangen. Wir waren nicht sehr spät dran, aber die gesamte Wand misst schon knapp 900 m bis zum Gipfel. Gegen 8 Uhr ging's an der Hütte los, vor uns zwei profilneurotische Superkletterstars, die glauben, sie seien schneller als wir und lassen den Vorbau weg, gehen den Nordwestgrat (alpiner 3) hoch bis zum Ausstieg des Spiels, seilen über die Route ab und sparen somit den 300m hohen Vorbau. Wir kamen von unten und die 2 Volltrottel traten durch ihre Abseilaktion zwei 0.5m große Brocken runter. Bombardement wie im Krieg, es war nicht lustig, einer verfehlte mich nur kapp. Wir mussten uns in einer Höhle verstecken, um uns nicht schon vor dem eigentlichen Ziel, dem „Spiel der Geister“, in die ewigen Jagdgründe zu verabschieden. Wie auch immer, die Zeit lief und es wurde später und später, bis die zwei Pappnasen endlich unten bei uns auf dem Band waren. Wir stiegen später ein als geplant, waren aber vor den beiden großtönigen Youngsters in der Wand. Interessant am Rande war, auch wenn es mit Zipkas nix zu tun hat, das einer der beiden Experten angeblich schon Alpenrouten im 10. Grad gezogen hat, aber fast in jedem Bolt des Spiels hing, er die schwierigsten Züge A0, also technisch zog, es war einfach nur peinlich, wenn man die kurze Unterhaltung und Ankündigung am Waltenberger Haus früh morgens miteinbezieht, wo die Sprößlinge großkotzig angaben, bis wir am Einsteig wären, hätten sie den Gipfel schon erreicht. Wie auch immer, bis wir dann am Gipfel waren, war es mittlerweile 17 Uhr, Abklettern über den Nordostgrat stand uns noch bevor. Die Sprößlinge hatten uns am Grat überholt. Wir waren nach einer Pause dann gegen 19 Uhr zurück am Fuss des Grates, von dort waren es aber noch regulär 2 Stunden Fußmarsch zurück zur Hütte. Es war September und gegen 20 Uhr stockdunkel, also nur eine Stunde weg von hello darkness. Joggen war angesagt, schließlich wollten wir noch bei Tageslicht das Schneefeld, das in jenem Jahr steil, vereist und relativ groß war, queren. Wir schafften es tatsächlich knapp vor Einbruch der Dunkelheit das Feld zu erreichen. Und genau an dem Punkt kam die Zipka zum Einsatz. Danach führt der Weg zurück zur Hütte, zwar über einen schmalen Pfad, aber mondlos. Die Zipka hatte uns somit ein Biwak erspart, im September ohne Biwakausrüstung, Essen und Wasser ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen bei Temperaturen schon unter Null Grad.

    Hat Petzl das Rad nun neu erfunden? Wohl nicht, aber man baut wohl auf Altbewährtes mit ein paar lässigen Add-ons. Ob nun Zip- Aufrollmechanismus oder Kopfband wie bei der Tikka ist Geschmacksache, ich mag eher den Zip der Zipka.

Neue Features

    Petzl Zipka Plus2 Features

    Petzl hat den etwas fummeligen Schiebeschalter der altern Zipka durch einen Multifunktionstaster ersetzt, mit dem sich durch mehrmaliges Drücken die verschiedenen Funktionen auch mit Handschuhen sicher ein- und ausschalten lassen.

    Die Zipka ist kompatible mit dem ADAPT-System, d.h. sie läßt sich einfach an entsprechenden Helmen befestigen.
    Die rote LED ist zwar als weit sichtbares Not(blink)licht gedacht, macht sich aber auch als Sicherheitsrücklicht beim nächtlichen Inlineskaten, oder, in der Dauerlichtvariante, beim Film wechseln in der provisorischen Dunkelkammer gut (getestet von Kai).

    Nicht übel, und als Petzl Headlamp Fan seit Geburt der Tikkas und Zipkas, kommt für mich zurzeit auch keine andere Lampe in Frage. Sie sehen zudem schick aus und haben mich bisher, mit einem Satz Ersatzbatterien im Deckelfach meines Rucksackes für den Notfall, auch noch nie im Stich gelassen.

    Konstruktion: Stirnlampe
    Einsatzbereich: Touren, alpine Touren, Nachtwanderungen, Sport
    Leuchtmittel: 1 weiße Power-LED (max. 50 Lumen), 1 rote LED
    Leuchtdauer: weiße LED: min. 55 Std./ Economic: 140 Std./ Blinklich: 300 Std.; rote LED: 100 Std./ Blinklicht: 750 Std.
    Leuchtweite: weiße LED: max. 35 m (Economic: 13 m)
    Funktionen: 5 Leuchtvarianten: 3 Leuchtstufen für weißes Licht (Maximal, Economic und Blinkmodus); 2 Leuchtvarianten für rote Hilfsbeleuchtung (Maximal und Blinkmodus)
    Wasserdichtigkeit: Schutzgrad: IP X4 (spritzwassergeschützt)
    Energieversorgung: 3 AAA/ LR03-Alkali-Batterien (im Lieferumfang enthalten); geeignet für den Betrieb mit Lithium-Batterien
    Gewicht: 71 g (inkl. Batterien)
    Farben: grau und pistaziengrün
    Extras: ZIP-Aufrollmechanismus, Schalter mit Drucktaste; Kontrollleuchte für Batteriezustand
    Preis: 43,95 Euro

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