bouldern in der pfalz - überblick...
Allgemeines
Das Bouldergebiet Pfalz gliedert sich grob in 2 Hauptbereiche,
einerseits die Haardt mit den Hauptgebieten Heidenfels bei Bad Dürkheim
und der Kalmit, mit dem Felsenmeer, oberhalb von Maikammer bei Neustadt.
Das andere Gebiet kennt man als das Wasgau, in dem mannfrau sich an
mehr als 300 freistehenden Felsen und Massiven mit und ohne Seil erfreuen
kann. Eingebettet liegen mehr oder minder weit verstreut kleine und
grosse Blöcke, an denen gebouldert wird.
Ganz ohne Frage entwickelt sich das Bouldergebiet Südpfalz zur
Zeit zu einem der besten Gebiete der Republik. Es existieren mittlerweile
etwa 800 Probleme bis Fb. 8a+ und die Neuerschliessung ist in vollem
Gange.
Anreise
Von Mannheim oder von der A61, also von Norden kommend,
gehts am besten über die A650 nach Bad Dürkheim. Zum Gebiet
Heidenfels fährt man vom Dürkheimer Fass Richtung Leistadt.
Kurz vor dem Ortseingang geht´s links ausgeschildert zur Lindemannsruhe/Bismarckturm.
Die Kalmit erreicht man über die A65 Richtung Landau, Ausfahrt
Edenkoben-Maikammer. Dann ausgeschildert zum Kalmitparkplatz.
Die Bouldermöglichkeiten im Wasgau erreicht mannfrau über
die A65, Landau Nord, Richtung Annweiler ins Zentrum der Pfalz, von
Süden kommend (Karlsruhe) je nach Gebiet von der A65, Ausfahrt
Kandel-Nord, danach über Bad Bergzabern ins Zentrum oder bis nach
Landau Nord über die B10 nach Annweiler usw..
Übernachtungsmöglichkeiten und Schwimmbäder
:
Zeltplätze in Annweiler, Hauenstein, Dahn und natürlich das
Camp V am Bärenbrunnerhof, unterhalb der Nonne. Es gibt verstreut
im Wald mehrere DAV Hütten, Pensionen und Hotels. Schwimmbäder
gibts in Dahn (Badepark), Hauenstein und Annweiler. Wer mal gepflegt
in die Sauna gehen möchte, dem empfehle ich das LaOla Freizeitbad
in Landau (ausgeschildert).
Szenetreffs
Die Kletter- und Boulderszene trifft sich seit Jahrzehnten
am Bärenbrunnerhof im gleichnamigen Tal. Gut essen kann man dort:
am Bahnhöfl in Reichenbach oder bei der Knoblauchgerda in Wernersberg.
Eine vernünftige Pizzeria findet man in Dahn im Sportpark (nähe
Schwimmbad) oder im Dorf.
Literatur
Topoführer Pfalz-Bouldern
von Alex Wenner (2001), umfasst alle wichtigen Gebiete und Boulder der
Vorder- und Südpfalz, Panico Alpinverlag 118 Seiten ISBN 3-926807-75-X
Bouldern und Naturschutz:
Vom 01.02 bis 01.08 jedes Jahres werden die Pfälzer
Felsen zum Schutz der Wanderfalken und Uhu´s gesperrt. Info´s
dazu bitte unbedingt den Schaukästen am Bärenbrunnerhof und
der Asselsteinhütte entnehmen.
Dank der PK darf in der Pfalz mit wenigen Ausnahmen noch geklettert
werden und das soll auch so bleiben. Deshalb nur ausgeschilderte Wege
benutzen, Magnesia wo notwendig mit der Bürste wieder entfernen.
Alle Boulder erreicht man über bezeichnete Wander- und Fuhrwege.
Wie immer und überall gilt auch bei uns: Wer einen Boulder erst
mal gefunden und seinen Spass gehabt hat, der nimmt seinen Müll
wieder mit. Die nachfolgend zusammengefassten Verhaltensweisen sollten
selbstverständlich sein:
- Parken nur auf ausgewiesenen Parkplätzen
- Nur gekennzeichnete Wege und Zustiege benutzen, keine
Abkürzer
- Die geltenden Felssperungen beachten (Schautafel z.B.am
Bärenbrunnerhof)
- Magnesia und Pof nur in Maßen (nicht in Massen)
benutzen und nur bei den wirklich harten Problemen
- Pflanzen und sonstiges Gestrüpp dort lassen, wo
es sich wohlfühlt
- Alle Abfälle wieder mitnehmen, auch Kippenreste
- Kein offenes Feuer
- Unnötigen Lärm vermeiden
Beste Jahreszeit zum Bouldern
Herbst, Winter, Frühjahr. An trockenen Wintertagen
zwischen 0-5 °C wird die Reibung auf Sandstein optimal und die typischen
Pfalz-Sloper lassen sich besser fixieren. Wenn die Blöcke so richtig
zugeschneit sind, empfiehlt sich die Mitnahme eines kleinen Handbesens,
eines Handofens und natürlich einer Kanne Glühwein.
Absprunggelände und Material
Ein Chrash-Pad ist in allen Gebieten empfehlenswert. Ein
Spotter, also einer, der den Boulderer bei Absturz in die richtige Flugbahn
bringt, ist öfters anzuraten. Gerade bei den Haardt-Blöcken
wie z.B. im Energiezentrum oder bei den Highballs in der Südpfalz
ist er sogar dringend erforderlich. Magnesia und Pof wird im allgemeinen
in Problemen ab 6b aufwärts benutzt. Saubere Schuhe sollten selbstverständlich
sein. Ein Fussabtreter vom Baumarkt bietet sich dazu an.
Die Boulder-Bewertungen
Die Boulder in der Pfalz werden wie allgemein üblich,
mit der Fontainbleau-Skala bewertet. Die Fb-Skala reicht bis Fb. 8b+
(c), in der Pfalz zur Zeit 8a+.
Ein direkter Vergleich zur UIAA Skala ist und bleibt schwierig, da viele
der Probleme nur aus 1 bis 3 Zügen bestehen. Bei Ausdauerbouldern,
meistens den Traversen, wird ein Vergleich einfacher, da diese Boulder
durchaus mit Kletterrouten gleicher Länge und Anzahl der Züge
verglichen werden können.
Details gibts in unserer ausführlichen
Vergleichstabelle.
Die Boulder und empfehlenswerten Gebiete
Die meisten Boulder, die bisher erschlossen wurden, sind
von herrausragender Felsqualität. Da an Sandstein gebouldert wird,
und der Pfälzer Sandstein eigentlich ein mit harter Kruste überzogener
Sandkasten ist, kann es passieren, dass ein Griff unerwartet abbricht.
Manche der Pfälzer Boulder wurden so im Laufe der Zeit zu absoluten
Topbouldern, andere wurden leider leichter, da versteckte Griffe zum
Vorschein kamen.
Den Gebietsneulingen kann man die Haardt als Start empfehlen, da das
Felsenlabyrinth eine beachtliche Anzahl an Kletterproblemchen auf engem
Raum bietet. Der Fels ist allerdings teilweise so rauh, dass nach einem
kräftigem Bouldertag erstmal Pause angesagt ist. In Bad Dürkheim
also mit solider Hornhaut antreten.
Empfehlenswerte Gebiete in der Südpfalz sind der Weidenthaler Fels,
das Annweiler Forsthaus, der Runde Hut, der Ringstein und der Saufels,
alle mit einer akzeptablen Anzahl an Bouldern im mittleren Schwierigkeitsbereich.
Die Hermersbergerhofgebiete bieten durchwegs überaus brauchbare
Boulderei an meist spitzenmässigem Fels, allerdings werden dort
nur die auf Dauer glücklich, die schon ziemlich schwer bouldern
können. Die Zustiegszeiten zu diesen Gebieten sind teilweise beachtlich.
Kilometer zusammenschreiben lohnt sich, da der Pfälzer Wald- und
Wanderverein ab Kilometer X die goldene Wandernadel verleiht.
Regenfelsen
Wenn es nicht gerade seit Tagen wie aus Kübeln schüttet,
kann man in der Pfalz noch an vielen Blöcken bouldern. Wenn das
Barometer mal wieder Dauerregen ansagt, dann gibt´s noch vereinzelte
Möglichkeiten, die ich als Tip hier beschreiben will. Wenn die
auch nass sind, dann helfen nur noch die Ruhetagalternativen, die man
kennt und die im Boulderführer beschrieben
werden.
| Heidenfels-Energiezentrum |
Je nach Regendauerbeschuss bleiben einzelne Boulder trocken. |
| Fensterfels |
Bleibt eigentlich komplett trocken |
| Buchholzfels |
2-3 Tage Regen verträgt das Massiv, danach kann man sich
den Zustieg sparen |
| Runder Hut |
Bleibt mit Ausnahme der Ausstiegsgriffe im linken Dachbereich
trocken |
| Husarenfelsen |
Die Dächer bleiben lange trocken |
| Hintere Otterfelsen |
Obwohl nur leicht abdrängend verträgt dieser Block
mehere Tage Regen |
| Annweiler Forsthaus |
Boulder rechts der linken Titte bleiben eigentlich immer trocken |
| Kirschfels |
Die Dachboulder bleiben lange trocken, aber Vorsicht, filigrane
Wabenstrukturen und gefährliche Landepisten |
| Geländerfels |
Gerade im mittleren Wandteil bleibt einiges trocken |
Nachfolgend findet ihr die höchst subjektiv besten
Boulder in jeder Neigung und für jeden Geschmack. Für einen
Boulderkurzausflug in die Pfalz auf jeden Fall eine kleine Hilfestellung.
Die 5 besten Überhänge und Dächer
| Keep the faith 6a |
Mondblock/Haardt, schönes Dächlein mit Leistenabschluss |
| Zadduk 7b+ |
Runder Hut, athletisch bis über die Dachkante, danach dynamisches
finish zu grossem Sloper |
| Chakra 7c trav. |
Athletisches, aber etwas definiertes Dach im Energiezentrum/Haardt |
| Kraftelixier 7c/c+ trav. |
Ringstein, 12m Henkeldachkletterei mit kräftigem Finale an
Leisten |
| Blood Sport 8a+ trav. |
Mühlenberg, Dachstart in Mostly harmless, 20m Leistenausdauer-Traverse
immer an einer Dachkante eines Riesendaches. |
|
Die 5 besten Wände:
| Sterling Moss 6c+ |
Weidenthaler, optisch und klettermässig schöner Wandboulder
an Leisten, Spotter empfehlenswert |
| Krumbeerefresser 7a+ |
Haardt, Sloperleisten mit Crux in die Platte |
| Die Woge 7a+ |
Haardt, Sloper-Zange-Sloper, genial |
| Clockwerk Orange 7b |
Forsthaus, Feiner Boulder an Slopern und Leisten, fetziger Sitzstart |
| Lost Highway 7b+ |
Otterfels, Spannung braucht da mannfrau, die Rampe ähnelt
optisch dem englischen Brad Pitt Boulder, der ist allerdings 8a |
Die 5 besten Traversen
| Smegma 6c trav. |
Haardt, einer der ersten Boulder in DÜW, ein Muss im Gebiet
mit schöner Kantenkletterei am Schluss |
| On a Walkabout 7b+ trav. |
Mühlenberg, ausdauernde athletische Dachkantenhangel, einfach
nur geil |
| Mandala 7c trav. |
Kieneck, zum verlieben schön, dynamische Crux zu abschüssiger
Leiste |
| Struggle for Pleasure 7c+ trav. |
Forsthaus, Traum-Ausdauertraverse, man glaubt kaum, dass man in
der Pfalz ist.. |
| Om mani padme hum 8a trav. |
Haardt, Maximalkrafthammer der Superlative, wer frisch auf die
Platte aussteigt, bekommt Pfalzverbot.. |
Die 5 besten Platten
| Bärenkralle 6c |
Rödelstein , ein namhafter Platten-Classic, an dem Richard
Mühe und Wolfgang Güllich boulderten |
| Base Jump 6c+ (7c mit Start im Ozon) |
Ringstein, Highball mit schönen Zügen, muss man nur
öfters putzen, da der drüberliegende Sandkasten gerne
rieselt.. |
| Arapiles 6c+ |
Forsthaus, definitiv die beste Platte der ganzen Pfalz an, na
was wohl…Sloper natürlich, hat schon Juniorenmeister,
Altmeister und jede Menge Südeuropäer abblitzen lassen |
| Stonemonkey 7a+ |
Forsthaus, fiese Platte an Sloper |
| Gottes Lohn 7b |
Haardt, ein Traum, Beweglichkeit schadet nicht, schöner
Blokierer zum Gipfel, etwas härterer Abklatsch zum Bleau Boulder
Joker. |
Die 5 besten Dynamos
| Traum vom Fliegen 7b |
Weidenthaler, Absolut goil…, mittlerweile fehlt die Untergriffschuppe,
mit der man beschleunigen konnte, Schwierigkeit blieb aber gleich |
| Grisu 7b |
Kieneck, Sprung zu grossem Aufleger und über optisch schönen
Drachenrücken aussteigen, Bleau pur.. |
| Schwinge des Adlers 7c |
Mühlenberg, 2-Zug Maxkrafthammer |
| Circus Maximus 7c+ |
Mühlenberg, Sprung zum Sloper aller Sloper, sehr bissige
Leistenstelle |
| Hale Bob 8a |
Kippkopf, verdammt weit, genial schön |
Die 5 technisch Besten
| Joue des Pieds 7a |
Haardt, für Kletterer mit grosser Daumenspannweite ein Traum |
| Pottwal 7a+ |
Husarenfels, das ist Bleau… Sloperkante, die leider gerne
etwas feucht ist |
| Touch your Fear 7b |
Kalmit, technisch schöne Kantenkletterei |
| Copyright 7b |
Rabenfels, Körperspannungsproblem, athletisch, kratzig |
| Damaszenerklinge 7b+ |
Mühlenberg, aussergewöhnliche Kantenkletterei, allerdings
nicht ungefährlich |
Die 5 besten Soft-Moves
| Linke Titte 4 |
Forsthaus, schöner Blockierer zum Linken Busen der beiden. |
| Sinister Footwear 6a |
Haardt, aus weitem Schulterspanner gehts in eine Platte, tricky
und sauschwer für 6a |
| Otternasen 6b |
Hinterer Otterfels, optisch und klettertechnisch schöne
und hohe Kante |
| Leistenquergang 6c trav. |
Haardt-Leistenwand, schön, natürlich an Leisten |
| Monierung 6c trav. |
Weidenthaler, athletische Slopertraverse mit pumpigem tricky Abschluss |
Bad Dürkheim, der Kippkopf und der Saufels bieten
einiges an leichteren Problemchen.
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