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bouldern in der pfalz - überblick...

Literatur

Topoführer Pfalz-Bouldern von Alex Wenner (2001), umfasst alle wichtigen Gebiete und Boulder der Vorder- und Südpfalz, Panico Alpinverlag 118 Seiten ISBN 3-926807-75-X

Bouldern und Naturschutz:

Vom 01.02 bis 01.08 jedes Jahres werden die Pfälzer Felsen zum Schutz der Wanderfalken und Uhu´s gesperrt. Info´s dazu bitte unbedingt den Schaukästen am Bärenbrunnerhof und der Asselsteinhütte entnehmen.
Dank der PK darf in der Pfalz mit wenigen Ausnahmen noch geklettert werden und das soll auch so bleiben. Deshalb nur ausgeschilderte Wege benutzen, Magnesia wo notwendig mit der Bürste wieder entfernen. Alle Boulder erreicht man über bezeichnete Wander- und Fuhrwege. Wie immer und überall gilt auch bei uns: Wer einen Boulder erst mal gefunden und seinen Spass gehabt hat, der nimmt seinen Müll wieder mit. Die nachfolgend zusammengefassten Verhaltensweisen sollten selbstverständlich sein:

  1. Parken nur auf ausgewiesenen Parkplätzen
  2. Nur gekennzeichnete Wege und Zustiege benutzen, keine Abkürzer
  3. Die geltenden Felssperungen beachten (Schautafel z.B.am Bärenbrunnerhof)
  4. Magnesia und Pof nur in Maßen (nicht in Massen) benutzen und nur bei den wirklich harten Problemen
  5. Pflanzen und sonstiges Gestrüpp dort lassen, wo es sich wohlfühlt
  6. Alle Abfälle wieder mitnehmen, auch Kippenreste
  7. Kein offenes Feuer
  8. Unnötigen Lärm vermeiden

Beste Jahreszeit zum Bouldern

Herbst, Winter, Frühjahr. An trockenen Wintertagen zwischen 0-5 °C wird die Reibung auf Sandstein optimal und die typischen Pfalz-Sloper lassen sich besser fixieren. Wenn die Blöcke so richtig zugeschneit sind, empfiehlt sich die Mitnahme eines kleinen Handbesens, eines Handofens und natürlich einer Kanne Glühwein.

Absprunggelände und Material

Ein Chrash-Pad ist in allen Gebieten empfehlenswert. Ein Spotter, also einer, der den Boulderer bei Absturz in die richtige Flugbahn bringt, ist öfters anzuraten. Gerade bei den Haardt-Blöcken wie z.B. im Energiezentrum oder bei den Highballs in der Südpfalz ist er sogar dringend erforderlich. Magnesia und Pof wird im allgemeinen in Problemen ab 6b aufwärts benutzt. Saubere Schuhe sollten selbstverständlich sein. Ein Fussabtreter vom Baumarkt bietet sich dazu an.

Die Boulder-Bewertungen

Die Boulder in der Pfalz werden wie allgemein üblich, mit der Fontainbleau-Skala bewertet. Die Fb-Skala reicht bis Fb. 8b+ (c), in der Pfalz zur Zeit 8a+.
Ein direkter Vergleich zur UIAA Skala ist und bleibt schwierig, da viele der Probleme nur aus 1 bis 3 Zügen bestehen. Bei Ausdauerbouldern, meistens den Traversen, wird ein Vergleich einfacher, da diese Boulder durchaus mit Kletterrouten gleicher Länge und Anzahl der Züge verglichen werden können.
Details gibts in unserer ausführlichen Vergleichstabelle.

 

Die Boulder und empfehlenswerten Gebiete

Die meisten Boulder, die bisher erschlossen wurden, sind von herrausragender Felsqualität. Da an Sandstein gebouldert wird, und der Pfälzer Sandstein eigentlich ein mit harter Kruste überzogener Sandkasten ist, kann es passieren, dass ein Griff unerwartet abbricht. Manche der Pfälzer Boulder wurden so im Laufe der Zeit zu absoluten Topbouldern, andere wurden leider leichter, da versteckte Griffe zum Vorschein kamen.
Den Gebietsneulingen kann man die Haardt als Start empfehlen, da das Felsenlabyrinth eine beachtliche Anzahl an Kletterproblemchen auf engem Raum bietet. Der Fels ist allerdings teilweise so rauh, dass nach einem kräftigem Bouldertag erstmal Pause angesagt ist. In Bad Dürkheim also mit solider Hornhaut antreten.
Empfehlenswerte Gebiete in der Südpfalz sind der Weidenthaler Fels, das Annweiler Forsthaus, der Runde Hut, der Ringstein und der Saufels, alle mit einer akzeptablen Anzahl an Bouldern im mittleren Schwierigkeitsbereich. Die Hermersbergerhofgebiete bieten durchwegs überaus brauchbare Boulderei an meist spitzenmässigem Fels, allerdings werden dort nur die auf Dauer glücklich, die schon ziemlich schwer bouldern können. Die Zustiegszeiten zu diesen Gebieten sind teilweise beachtlich. Kilometer zusammenschreiben lohnt sich, da der Pfälzer Wald- und Wanderverein ab Kilometer X die goldene Wandernadel verleiht.

 

Regenfelsen

Wenn es nicht gerade seit Tagen wie aus Kübeln schüttet, kann man in der Pfalz noch an vielen Blöcken bouldern. Wenn das Barometer mal wieder Dauerregen ansagt, dann gibt´s noch vereinzelte Möglichkeiten, die ich als Tip hier beschreiben will. Wenn die auch nass sind, dann helfen nur noch die Ruhetagalternativen, die man kennt und die im Boulderführer beschrieben werden.

 

Heidenfels-Energiezentrum Je nach Regendauerbeschuss bleiben einzelne Boulder trocken.
Fensterfels Bleibt eigentlich komplett trocken
Buchholzfels 2-3 Tage Regen verträgt das Massiv, danach kann man sich den Zustieg sparen
Runder Hut Bleibt mit Ausnahme der Ausstiegsgriffe im linken Dachbereich trocken
Husarenfelsen Die Dächer bleiben lange trocken
Hintere Otterfelsen Obwohl nur leicht abdrängend verträgt dieser Block mehere Tage Regen
Annweiler Forsthaus Boulder rechts der linken Titte bleiben eigentlich immer trocken
Kirschfels Die Dachboulder bleiben lange trocken, aber Vorsicht, filigrane Wabenstrukturen und gefährliche Landepisten
Geländerfels Gerade im mittleren Wandteil bleibt einiges trocken

Nachfolgend findet ihr die höchst subjektiv besten Boulder in jeder Neigung und für jeden Geschmack. Für einen Boulderkurzausflug in die Pfalz auf jeden Fall eine kleine Hilfestellung.

 

Die 5 besten Überhänge und Dächer

Keep the faith 6a Mondblock/Haardt, schönes Dächlein mit Leistenabschluss
Zadduk 7b+ Runder Hut, athletisch bis über die Dachkante, danach dynamisches finish zu grossem Sloper
Chakra 7c trav. Athletisches, aber etwas definiertes Dach im Energiezentrum/Haardt
Kraftelixier 7c/c+ trav. Ringstein, 12m Henkeldachkletterei mit kräftigem Finale an Leisten
Blood Sport 8a+ trav. Mühlenberg, Dachstart in Mostly harmless, 20m Leistenausdauer-Traverse immer an einer Dachkante eines Riesendaches.

 

Die 5 besten Wände:

Sterling Moss 6c+ Weidenthaler, optisch und klettermässig schöner Wandboulder an Leisten, Spotter empfehlenswert
Krumbeerefresser 7a+ Haardt, Sloperleisten mit Crux in die Platte
Die Woge 7a+ Haardt, Sloper-Zange-Sloper, genial
Clockwerk Orange 7b Forsthaus, Feiner Boulder an Slopern und Leisten, fetziger Sitzstart
Lost Highway 7b+ Otterfels, Spannung braucht da mannfrau, die Rampe ähnelt optisch dem englischen Brad Pitt Boulder, der ist allerdings 8a

 

Die 5 besten Traversen

Smegma 6c trav. Haardt, einer der ersten Boulder in DÜW, ein Muss im Gebiet mit schöner Kantenkletterei am Schluss
On a Walkabout 7b+ trav. Mühlenberg, ausdauernde athletische Dachkantenhangel, einfach nur geil
Mandala 7c trav. Kieneck, zum verlieben schön, dynamische Crux zu abschüssiger Leiste
Struggle for Pleasure 7c+ trav. Forsthaus, Traum-Ausdauertraverse, man glaubt kaum, dass man in der Pfalz ist..
Om mani padme hum 8a trav. Haardt, Maximalkrafthammer der Superlative, wer frisch auf die Platte aussteigt, bekommt Pfalzverbot..

 

Die 5 besten Platten

Bärenkralle 6c Rödelstein , ein namhafter Platten-Classic, an dem Richard Mühe und Wolfgang Güllich boulderten
Base Jump 6c+ (7c mit Start im Ozon) Ringstein, Highball mit schönen Zügen, muss man nur öfters putzen, da der drüberliegende Sandkasten gerne rieselt..
Arapiles 6c+ Forsthaus, definitiv die beste Platte der ganzen Pfalz an, na was wohl…Sloper natürlich, hat schon Juniorenmeister, Altmeister und jede Menge Südeuropäer abblitzen lassen
Stonemonkey 7a+ Forsthaus, fiese Platte an Sloper
Gottes Lohn 7b Haardt, ein Traum, Beweglichkeit schadet nicht, schöner Blokierer zum Gipfel, etwas härterer Abklatsch zum Bleau Boulder Joker.

 

Die 5 besten Dynamos

Traum vom Fliegen 7b Weidenthaler, Absolut goil…, mittlerweile fehlt die Untergriffschuppe, mit der man beschleunigen konnte, Schwierigkeit blieb aber gleich
Grisu 7b Kieneck, Sprung zu grossem Aufleger und über optisch schönen Drachenrücken aussteigen, Bleau pur..
Schwinge des Adlers 7c Mühlenberg, 2-Zug Maxkrafthammer
Circus Maximus 7c+ Mühlenberg, Sprung zum Sloper aller Sloper, sehr bissige Leistenstelle
Hale Bob 8a Kippkopf, verdammt weit, genial schön

 

Die 5 technisch Besten

Joue des Pieds 7a Haardt, für Kletterer mit grosser Daumenspannweite ein Traum
Pottwal 7a+ Husarenfels, das ist Bleau… Sloperkante, die leider gerne etwas feucht ist
Touch your Fear 7b Kalmit, technisch schöne Kantenkletterei
Copyright 7b Rabenfels, Körperspannungsproblem, athletisch, kratzig
Damaszenerklinge 7b+ Mühlenberg, aussergewöhnliche Kantenkletterei, allerdings nicht ungefährlich

 

Die 5 besten Soft-Moves

Linke Titte 4 Forsthaus, schöner Blockierer zum Linken Busen der beiden.
Sinister Footwear 6a Haardt, aus weitem Schulterspanner gehts in eine Platte, tricky und sauschwer für 6a
Otternasen 6b Hinterer Otterfels, optisch und klettertechnisch schöne und hohe Kante
Leistenquergang 6c trav. Haardt-Leistenwand, schön, natürlich an Leisten
Monierung 6c trav. Weidenthaler, athletische Slopertraverse mit pumpigem tricky Abschluss

Bad Dürkheim, der Kippkopf und der Saufels bieten einiges an leichteren Problemchen.