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ein Tatsachenbericht von Josef K. Der lebende Klemmkeil


Als eine gewisse Gruppe von helmtragenden, etwas korpulenteren, Bergstiefel tragenden und mit Keilen bewaffneten Bergsteigern in die Pfalz kam, war das zuerst kein größeres Ereignis für die Szene der "Superstars" dort...

Meine Wenigkeit war als kleiner Sportkletterer auch dabei, kurz vor diesem Ausflug punktete ich meine erste Acht an Naturstein und wollte natürlich mit in die "heilige" Pfalz, wo ich zuvor noch nie gewesen war.
Natürlich hatte ich schon meine Bedenken, als die Alpinisten, die dabeiwaren, mir einen Helm und Keile anboten, aber ich hatte mir überlegt, daß nie ein richtig geiler "free-climber" einen Helm braucht und deshalb lehnte ich ab und hatte eine gewisse Abneigung zu dieser lustigen gruppe dankend angenommen.
Irgendwann nach einem riesen Frühstück ging es endlich los. Einer der Helmträger wollte mit zwei anderen Helmträgern, die sehr viel dünner waren als er, selbst eine Dreierseilschaft bilden und durch einen Kamin steigen.
Die zwei Dünnen voraus. Ich stehe unten mit zwei Kumpels, denen diese Art des Höhegewinnens auch nicht so geheuer war, und wir schauen dem SPE"CK"TAKEL zu.
Der etwas Korpulentere steigt ein. Die ersten zehn Meter sind bewältigt und nun geht es an den Riss. Wir mussten schon ein wenig lächeln, als wir diese "Masse" mit roter Eierschale auf dem Kopf und tausenden von Keilen am Gurt sahen. Aber so richtig lustig war es nicht, und wir machten uns auf die Suche nach einem schönen Tagesprojekt.
Einige Zeit später, als unsere Nasen auf die Superlative zeigten, hörten wir nur einen lauten Schrei; "ICH STECKE FEEEEST !!!!!". Wir rannten zu diesem Riss und mussten uns alle drei aneinander festhalten vor Lachen...
Die rote Eierschale schaute ein wenig aus dem Riss heraus und ein Bein hing regungslos herunter, der Rest war wie vom Riss absorbiert.
Vom Stand hörte man nur, "Du mußt dich dünn machen und die Luft anhalten!".
Wenige Sekunden später lagen wir auf dem Boden und konnten kaum noch atmen vor lachen und wir riefen hoch, daß er es mit Einatmen versuchen sollte, um den Riss zu verbreitern und andere gemeine Scherze.
Nach etwa zehn Minuten faßte ich mir ein Herz, hörte auf zu lachen und kletterte zu dem armen Klemmkeil hinauf. Ich versuchte ihn herauszuziehen, aber er war wie reingegossen.
Circa eine Stunde später zerschnitten wir das T-Shirt und mußten eine ganze Dose Nivea-Creme investieren, um den Armen wieder herauszukriegen.
Am Abend wurde natürlich wieder gespachtelt wie die Weltmeister und alle haben noch gelacht, als wäre es gerade eben passiert, nur unser lebender Klemmteil konnte nichts essen und lachen erst recht nicht.
Mittlerweile hat er über 10 kg abgenommen und sein Spitzname ist "friend" (eindeutig zweideutig).