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von Alex Wenner Visiting Cosa Nostra – Sicily – Sizilien- San Vito lo Capo - Gennaio 2011
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Die Fotos wurden von AlexW, MariaT und Richie Penkwitt (Alex in "Red Alert" 7c+) aufgenommen


    Nach dem weihnachtlichen Abstecher ins Zillertal mit viel Ski, Schnee, Abflügen, Gourmet und Wellness, war nach einer komatös abgefahrenen und sehr lässigen Sylvesterparty im Rock in KA, war erneut Abflug angesagt Richtung Süditalien.

    Entgegen aller Expertenprognosen, Sicily wäre im Hochwinter untauglich für einenseriösen Angriff, korrigieren wir und sagen: „Um richtig hart zu pullen, war es fast zu heiss an manchen Tagen (>20°C) und eignet sich daher, so wie laut Topo und aktuellem Routenangebot angedacht, hervorragend zum Apres-Genuss-und-softem Hardcore-Climben (max. 8b) im Dezember und Januar“.
    Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass, wenn die Sonne oberhalb der Wolken oder hinterm Berg verborgen bleibt wie im Winter üblich, eine Dauenjacke zum Pflichtequipment gehört.

    Südlich von Palermo am Cap von San Vito gibt's seit einigen Jahren feinsten von einem Maschinbauingeneur Titt und anderen erschlossenen Kalk, haben wir uns sagen lassen. Kurze Sportkletter- und Mehrseillängenrouten überm Meer, Fotos aus den Magazinen und aus dem relativ neuen Sizilien-Führer
    (neue deutsche 2. Auflage 2009) haben unsere Finger und wegen Magnesiummangel zuckenden Unterarme etwas erwärmen lassen.
    Wie hat mir ein italienischer Freund von Andrea Gallo kürzlich gesagt: „Sicily is the little Kalymnos“. Soso, ich meine Sicily und im speziellen San Vito muss man mit nix auf diesem Planeten ge-dumped vergleichen, denn Sicily ist Sicily und Kalymnos bleibt Kalymnos, wobei es in Sicily in der Tat nicht schlechter sein dürfte vom Flair, ausser, dass die 8cs und up zur Zeit noch fehlen. Im Grunde hatten wir aber nach dem genialen und frischen Weihnachtspowder, der sich als Unterlage wie Zuckerwatte cruisen lies, keinen Bock auf grauen Rock. Der kam aber, nachdem wir von Palermo nach San Vito fuhren ganz schnell. Mein Gott, hat's da Mauerwerke, schon rund um Palermo ist's gewaltig. Grau, Rot, Schwarz, hoch eingebettet in einer für uns genialen, aber zeitweise recht kargen Landschaft.

    Leider ging's nachmittags am ersten Tag von fünf Klettertagen, einem Ruhetag und zwei Reisetagen recht trüb zur Sache, aber schon die folgenden Tage waren gesegnet mit Hochdruck, Sonne und, zur Entspannung der Sinne, einem angenehm leisen Meeresrauschen.

Allgemeine Infos

    In ganz Sizilien wird geklettert. Schon klassisch dürften die Gebiete um Palermo mittlerweile sein, vom Norden ganz zu schweigen. Relativ neu dagegen sind die Felsen um San Vito lo Capo, obwohl da Pioniere des Kratzens schon vor 20 Jahren abrockten wie T. Fickert et al und Co. KG am Mt. Monaco in dem Einseillängen-Sektor. Im Jahr 2008 und 2009 wurden jedenfalls die meisten der heute bedeutenden Climbs gebohrt und daher kann San Vito als durchaus brandneues Kleinod verkauft, vermarktet und genossen werden.

    Zwei International Climbing Festivals unter Anwesenheit vieler Sponsoren und Funktionäre gab es jedenfalls auch schon und die Protagonisten und Optimisten orakeln heute prophylaktisch schon mal von San Vito als einer der bedeutensten Zukunftsquacken-Arenen des Klettersports in Europa.
    Pflichtprogramm abseits des Kletterns ist die sizilianische Küche und natürlich die Cafes mit the best Capuccinos und Espressos auf dieser Welt zu sagenhaften Niedrigpreisen. Eine Besonderheit dabei ist, dass den Preis eines Espressos die Kommune festlegt. Dieser beträgt in ganz Italien übrigens maximal 1 Euro! (laut Maria).

Anreise

    Am besten per Flug nach Palermo (2 Stunden Flugzeit von Stuttgart). Von dort mit dem Mietauto auf der A29 Richtung Trapani, nach etwa 30km Ausfahrt Castellammare del Golfo und auf der SS187 nach Custonaci. Weiter ausgeschildert nach San Vito lo Capo. (1 Stunde Fahrtzeit ab Flughafen).

Übernachtung

    Camping El Bahira direkt unter dem Felsriegel „Salinella“ oder La Pineta unter dem „Monte Monaco“. Dazu - und komfortabler - viele B&Bs, Appartments, Hotels in San Vito und luxuriöser ausserhalb in Top Secret VIP Gegenden, die ich hier jetzt nicht verraten kann. Auch von den Top Secret Anlagen sind's maximal 15 Minuten zum Rock und es gibt dort zudem Sauna und 5 Gänge Menüs zu akzeptablen Preisen.

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Bilder zum Starten der Fotostrecke anklicken, Fotos: AlexW

Recommended Kletter-Gerödel im Koffer

  • 14-16 Runner für die Sportklettersektoren
    (keine Keile notwendig, extrem gut abgesichert)
  • 8-14 Runner + Satz Cams + Satz Rocks + 6 Schlingen á 60cm für die MSL
    (die MSL sind generell nicht übersichert)
  • Tape, vor allem für die MSL.

Kletterladen

    Fehlanzeige in San Vito. Wohl eher in Palermo. Daher bringt ihr am besten ausreichend Chalk und andere wichtige Dinge mit.

Einkaufen

    Supermärkte gibt's auf der Hauptstrasse in San Vito und in Custonaci. Shoppen ist irgendwie in dieser Gegend Fehlanzeige, es gibt in San Vito kleinere Läden mit Gerümpel. Wer was Gescheites will, muss wohl bis Palermo fahren, eventuell bietet Trapani noch bisschen was, ist aber so hässlich mit den vielen Plattenbauten, dass wir uns das nicht antun wollten.

Das Elend – Planung der Ruhetage

    Als Kletterer ist eins klar: was macht man in einem Kletterurlaub? Klettern natürlich. Wenn die Arme allerdings trotz 4 Sterne Sauna überbläht sind, hilft nix. Dann ist Ruhetag angesagt. Nur hat man bei unzureichender Recherche meistens keine Idee, was man an diesen sinnlosen Tagen sonst tun kann. Um San Vito liegt die Antwort allerdings schnell auf der Hand. Erice, das mittelalterliche Dorf auf einem Berg 700m über dem Meer, 15 min weg von Custonaci.

    In der Antike hieß die Stadt Eryx nach einer Gestalt der griechischen Mythologie. Dieser Eryx war ein Sohn der Liebesgöttin Aphrodite und des Argonauten Butes und herrschte im Westen Siziliens. Nach einer andere Überlieferung war er ein Sohn des Meeresgottes Poseidon. Auf dem Berg befand sich ein Heiligtum, welches zunächst der phönizischen Göttin Astarte und dann der Aphrodite bzw. Venus Erycina gewidmet war. Das Heiligtum war in der Antike berühmt für seinen Reichtum und die dort betriebene Tempelprostitution.

    Tempelprostitution klingt mystisch interessant, war aber nicht der eigentliche Grund, unseren Ruhetag in Erice zu verbringen, auch wenn der optische Rahmen dazu einladen würde. Es gibt ausser Souvenirläden unendlich viele alte Gemäuer und Kirchen, ein paar nette Cafes und Restaurants und ein schönes Ambiente, um paar Lifestyle Model Fotos von einer schönen Frau in den Kasten zu bekommen. Ungünstigerweise hatte ich nur die kleine Knipse Nikon Coolpix im Gepäck. Therefore, an alle Fotofans: Hier in unserer Gallery gib'ts Snapshots only und die Kletteraufnahmen sind mit ein paar Ausnahmen reine Arsch-Shootings! So isses halt, wenn man nur zu zweit am Berg antritt und weit und breit kein potentieller Fotograf zu verpflichten ist, der willig nebenan abseilt und mittels seriöser Spiegelreflex reinhält ins Gemäuer, so wie wir das sonst tun.

Über den Dächern von Erice AlexW ist konsterniert wegen der Tempelprostitution in Erice Streets of Erice uno Streets of Erice due Streets of Erice tre Maria vorm Pizzaladen Chiesa Madre - Der Dom aus dem Jahre 1314 Edelweiss gibts nicht nur in den Alps Streets of Erice quattro No Comment Spacy Café Anno Domini Nostri lesu Christi Maria sonnt sich AlexW - der alte Stalker - knipst die Oma beim Wäsche hängen Model Maria I Die Wäsche hing die Oma vorher auf Model Maria II Blick in die Bucht von Custonaci Model Maria III Burgteil des Kastells Model Maria IV Kastell Turm Model Marie V Streets of Erice cinque Model Maria VI Model Marie VII Streets of Erice seis AlexW - Bar AlexW - Bar Streets of Erice sette Schild Streets of Erice otte Model Maria VIII
Bilder zum Starten der Fotostrecke anklicken, Fotos: AlexW

Baden & Tauchen

    Kommt im Winter überhaupt nur für die Hardcore-Fraktion in Frage, also für die, die noch nie im Mittelmeer baden waren. Alle anderen warten auf bessere Wassertemperaturen. Wenn es die mal hat, bietet sich der einzige Sandstrand in San Vito in Hafennähe an. Maria sagt: „Das ist eine Traumbucht unterhalb des Monte Monaco“.
    Tauchen geht mit Neopren auch in den Wintermonaten. Etliche Tauchbasen gibt's in San Vito, auch in Hafennähe und im Ort.

Die Kletter-Arenen

  1. Salinella
    Auf 4 km Breite wohl das größte Gebiet mit einer riesigen Anzahl an Genusstouren, gespickt mit ein paar extremeren Touren im Sektor “Grotte”. Kurzer Zustieg, Sonne und Schatten und sehr gute Felsqualität.
  2. Monte Monaco
    Die Mauer am Meer mit den Mehrseillängen-Touren bis 450 m Länge in der Ostwand, 200 m in der Nordwand und 260 m in der Westwand. Saurauhe fakirähnliche Kletterei an völlig unverbrauchtem grauen und bräunlichem Kalk.
  3. Crown of Aragon – Cinema Paradiso – Lost World
    Crown gilt als das klettertechnische Highlight um San Vito. Landschaftlich würde ich dem zustimmen, die Touren sind zudem sehr gut – aber ob´s der beste aller Quacken ist?
    Lost World befindet sich zur Zeit in der Erschliessungsphase. Wieviele Touren es da zur Zeit gibt wissen wir nicht, denn dazu muss man erstmal in den Sektor von oben kommend abseilen. 2009 gab es nur eine 7a.
    Wenn man am Crown of Aragon weiterläuft, hat letztes Jahr die Truppe um Jörg Zeidelhack weitere Touren an einem neuen Sektor – „Cinema Paradiso“ erschlossen.
  4. Neversleeping Wall
    Soll mit „Tears of freedom“ die beste Tour unseres Planeten bereithalten. Wow, aber wie hat Kollege V. Roth so schön gesagt: „Wer das als beste Tour bezeichnet, hat noch nicht viel gesehen.“ Dem stimmen wir zu, obwohl es wirklich geniale Touren an dieser Mauer hat. Im aktuellen Kletterführer von 2009 sind nur 3 Touren drin, obwohl es mittlerweile 15 Touren gibt, die meisten im mittleren Schwierigeitsgrad. Ungünstigerweise pumpen da schon die 7er im linken Sektor dermassen, dass sich auch ein 10er-Kletterer im 7er Gelände aufblähen kann.

Internet San Vito lo Capo Klettern

    Jim Titt liefert auf www.bolt-products.com einen mehr oder weniger aktuellen Stand um San Vito lo Capo mit Pics & Topos. Unsere Übersicht und der Topo Update Sektor Camping Salinella ist von Jims Website.

Das Climben – Part I – Parete Salinella

    Übersicht

Klettergebiet San Vito lo Capo, Übersicht
Foto: Courtesy of bolt-products.com Jim Titt / palatinum.info

    Salinella, 4 km breit und bis zu 50 m hoch, mehr als 150 Touren bis 8b, darunter Touren wie „Pipeline“ 7c, „Red Alert“ 7c+, „Sound Garden Extension“ 8b und in der Masse Soft-Climbs laden ein zum gepflegten Neujahrsstart in die Klettersaison. Der Zustieg ist durch die diversen Parkplätze immer kurz und liegt im Bereich von 2 - 15 min, je nach Sektor. Der Fels ist oft messerscharf, teils, obwohl schon 2 Jahre alt mit hunderten von Begehern, immer noch so rattenscharf, dass weiches Greifen eine ganz andere Bedeutung bekommt. Wir fühlten uns zurück versetzt in die Anfänge des südfranzösischen Sportkletterns. So muss es in Buoux oder in der Calanques mal Ende der 1970er gegript haben.

    Die Linien sind oft sehr schön, wie „Red Alert“ in dem thailandfarbenen roten Streifen mit Boulder-Crux kurz unterhalb des Umlenkers. Meine Damen & Herren, da werden sogar Pfalz-Sloper geboten in der Schlüsselstelle, nur an Kalk anstatt an Sandstein. Vom Feinsten. Auch die Grotte ist saugeil. „The Wish“ 7c+ ist eine coole und lohnende Linie und „Sound Garden“ 8a bzw 8b, wenn man die 7m über dem alten Umlenk-Bühler mitnimmt, bietet eine speckfreie Sinterfahne am Start á la „Rodeo“ (war schon in den 1980ern ein Speckhaufen) in Cimai, gefolgt von einem 4 m Boulder in organgefarbenem athletischen Top-Kalk. Muss man gemacht haben. Wenn man die Griffabfolge in der Crux nicht vercheckt, ist das ein sehr gutes On sight/Flash Ziel. Ich hab's vercheckt und zwei Versuche gebraucht :-(
    Neue Touren in der Grotte sind „Sound Garden Extension“ 8b (schaut sehr geil aus), „Schattenlinie“ 8a und „Schattenkrieger“ 8b.

    Recommended Climbs - Salinella für den Advanced Kletterer:

    1. Sound Garden 8a (18 m) bzw S.G.-Extended 8b (25 m)
    2. Red Alert 7c+ (20 m)
    3. The Wish 7c+ (30 m)
    4. Pipeline 7c & Black Snake 7b ( je 20 m)

    Neuere Touren Salinella

Topo Salinea
Topo: Courtesy of bolt-products.com Jim Titt
    • A) Swordfish 7a (19 m)
    • B) Just for Fun 4c (20 m )
    • C) ??? 7b ?? (25 m)
    • D) ??? 8b ??
    • E) Seltsam anmutende Vollspacken 7b (30 m)
    • F) Knochenmanderl 7a (28 m)
    • G) Boandlkramer 7a (28 m)
    • H) In Summe gelungen 6b+ (28 m)
    • I) Cat Walk 6c+ (28 m)
    • J) Shirtcut 6a (15 m)
    • K) ??? 6c ?? (15 m ) new
    • L) Je heißer umso scheißer 8a ?? (10 m)
    • M) Fingerpeeling 7b+ (25 m)
    • N) Pilar 6a (29 m)
    • O) Chaos20 6c+ (30 m)
    • P) White Slab 6b+ (30 m)
    • P1) ChaCha 6b (30 m) (3 m rechts vno White Slab) hoch zur Schuppe und athletisch raus

    4 m rechts von Red Alert 7c+ ist noch eine neue durch den grauen Streifen: „Pochahonta’s Loveline“, 8a+ (28 m). Schaut gut aus, hatte aber keine Zeit mehr, um sie zu probieren.

    In dem Sektor am Anfang der Straße zum Campingplatz, in dem sich z.B. Stargate 7c befindet, haben wir nicht geklettert, obwohl das aus der Nähe auch gut aussieht. Man kann eben in fünf Tagen nicht alles Wichtige pressen.

    Dagegen haben wir uns ungünstigerweise in den Sektor „Bunker“ verleiten lassen, da Maria meinte, der Sea View sei ein wenig more different. Sie hat den ewig gleichen Blick aus Salinella Bahira satt. Ok, 0 bis 1 Sterne Kletterei maximal, der View ist in der Tat delikat, der höchste Bereich bietet 2 Seillängen Touren, ist aber „Steinbruch“ –Kletterei. Muss nicht sein, bei so viel natürlich gewachsenem Fels direkt nebenan.

    Fotostrecke Salinella

Turm im Gebiet Salinella
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Das Climben – Part II – Parete Monte Monaco

    Die Arena der Mehrseillängen. Immerhin geht's 200 m in die Höhe, die Westseite des Turms erreicht sogar um die 260 m. Zudem gibt's am linken Massiv 'ne Menge an Base-Climbs. Neuere Touren sind z.B. „La lingua pera“ 7c (200 m - 2009) mit einem 7c-Dach in der fünften Länge von Albert Leichtfried, der mir die Tour im Oktober schon wärmstens ans Herz legte, „Il volo di Pegasus“ 7a (250 m), rechts von Lingua zieht die „ La Collina dei Conigli“ 6b+ durchs Gemäuer. Am Turm dürften „Parole al Vento“ 6c und „L`abito...“ 6b+ von Maurizio Oviglia am lohnensten sein. Zwischen den hier beschriebenen Touren befinden sich noch weitere Touren mit BH, die aber ohne Ausnahme mit uralten Rostbohrhaken ausgestattet sind und daher dringend saniert werden müssten.

    Ingesamt sind die Linien beeindruckend, bieten aber für meinen Geschmack extrem scharfen fakir-ähnlichen Fels, der den im ungünstigsten Fall stürzenden Kletterer in flacheren Seillängen von z.B. L´abito gerne mal unfein aufschlitzen würde. Also besser nicht fliegen. Auch die Absicherung erfordert einen engagierten Vorsteiger und ist nix für Plaisir-Kletterer oder andere Weicheier. Bohrhakenabstände von bis zu 6 - 8 m in windigem Gelände sind drin. Nich überall lassen sich diese Runouts mit Cams/Rocks entschärfen, wobei die Touren trotzdem gut abgesichert sind. Wir wollen's mal nicht übertreiben.

    An der Parole al Vento, die wir zum Auftakt eigentlich machen wollten, lagen aber, als wir zustiegen, eine tote Ziege und eine tote Schlange direkt unterm Einstiegsriss. Wer da zuerst drauf ging, hat uns wenig interessiert. Das sah nicht nur scheisse aus, bei dem Anblick hatte Maria erstmal genug und wollte die Tour nicht klettern. Tote Tiere am Einstieg waren in ihren Augen ein schlechtes Karma und wir wollten uns keinesfalls dazulegen. Dem stimmte ich zu.
    Einen Tag später wollten wir dann die optisch etwas freundlichere „L´abito“ 6b+ machen, da waren aber schon 8(!) Italiener schneller als wir und da sie sich vom Boden weg und von Stand zu Stand komatös bewegten, wollten wir uns den Stau in den Seillängen und an den Schlingenständen ersparen. Einen Tag später war gar keiner da, also stiegen wir ein. Überraschenderweise ist die Tour schlechter als sie aussieht (trotz 3 Sterne im Guide). Nadelfakir-Schuppen ziehen ist da schon in der ersten Länge angesagt und wenn´sd direkt über die Bolts an der Crux steigst, ohne 3 m Rechtsschleife, die Maria im Nachstieg gekletterte, ist das schon in der ersten Länge satt 6b+ anstatt 6a+, wie angegeben. In der zweiten Länge muss man vom ersten zum zweiten Bolt aufpassen, das ist weit, steil und bei Abflug würde man ungebremst direkt in die Sicherungsfrau springen. However, kann man mal machen, ist aber kein Highlight. Aufgrund der Kürze unseres Ausflugs mussten weitere MSL-Projekte vertagt werden für den nächsten Trip nach Sicily, der kommen wird. La Lingua, wir werden kommen, du siehst sehr gut aus und sorry Albert, dass ich nix zu der Tour und dem Dach in der fünften Länge sagen kann.

La lingua pura Topo
Topo La Lingua Pera, Courtesy of Albert Leichtfried

    Fotostrecke Monte Monaco

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Das Climben – Part III – Parete Crown of Aragon

    Crown of Aragon gilt als das klettertechnische Highlight um San Vito lo Capo. Auf dem Weg von Castelluzzo nach San Vito sieht man das lang gezogene Massiv von der Allee aus, die nach San Vito führt, rechts oben. Die Wand ist keine Westwand wie im Führer beschrieben, sondern nach Süden ausgerichtet. Das heißt, da hatte es schon morgens bis zum Sonnenuntergang die Sonne in der Wand. Uns war es fast schon zu heiss, den Italienern wohl auch, denn an einem wolkenlosen Samstag waren wir an dem Massiv alleine.

    30 Routen von 6b+ (die 6a+ Routen wurden schwerer nach Sinterausbruch) bis 8a+ gibt es bis heute. „Megadave“ 8a dürfte der Henkel-Klassiker sein. Die meisten Routen hängen wenig bis stark über. Wer keine Sinter mag, geht besser nicht hin. Die Routen sind lang und daher ausdauernd. Landschaftlich überzeugt „Crown“. Palmen an den Einstiegen, Blick zum Meer, alles grün, außer dem Fels. Der kommt in einem schönen orange daher und ist megadavemässig griffig. Die Touren, die wir kletterten, waren richtig geil.

    Topo Crown of Aragon - Stand 2009:
    www.versantesud.it/download/siciliaBeng210-215.pdf

    Fotostrecke Crown of Aragon

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Das Climben – Part IV – Parete Neversleeping Wall - Custonaci

    Ein Artikel im Klettern-Mag von Albert Leichtfried über die Never Sleeping Wall, die im Sizilienführer unter den Namen Custonaci gehandelt wird, scheint eine der Top-Arenen in Sizilien zu sein. Bis zu 60 m lange Linien an Topfels bis 8a+ zieren die Wand, obwohl im Guide nur die beiden Routen der Tschechen und die eine von Titt (Poseidon – alias Jim Titts artificial 6c+) beschrieben sind. Stand heute, Januar 2011, dürften mittlerweile 15 Touren gebohrt sein, die Masse davon im mittleren Schwierigkeitsgrad, zwei davon 8a(+). Wobei auch die zumindest auf dem Papier leichten Touren pumpen. So ist es halt, wenn eine Route 30 m hat, zwar nur Henkel bietet, die aber weit voneinander weg sind und man dann trotzdem nur eine 6b geklettert hat. Kann aber auch gut sein, dass aufgrund der Popularität mittlerweile der ein oder andere Sinter-Bobbel fehlt und man diese Touren im nächsten Guide Book aufwerten wird.

    However, ein Besuch lohnt, der Zustieg liegt bei 2 Minuten und in Europa dürfte sich von den Strukturen und auch in Bezug auf beeindruckenden Linien wenig vergleichbares finden lassen. Schon bei der Zufahrt passiert man schon die Grotte von Scurati. In der Grotte stehen Häuser und die Menschen, die da noch wohnen, leben wie im Mittelalter. Gerade jetzt von Weihnachten bis zu den Heiligen Drei Königen wurden dort auch von den Einwohnern Theaterstücke aufgeführt, die sicherlich sehenswert waren.

    Recommended climbs:
    Von links „Sweet dreams“ bis nach rechts zu den Tschechen-Touren „Long white line (7b+) + night“ (7c, 60 m !), deren Bolts mittlerweile etwas vergammelt sind, lohnen alle Touren extremly well. Bei Sweet dreams ist oben vor der Schuppe allerdings eine große Bruchstelle, sodass diese früher wohl leichter war (im Klettern-Mag noch mit 6a+ drin), heute auch mit 6c im aktuellen Topo von Leichtfried noch hart bewertet ist, daher eher 6c+.
    Auch die rechts daneben sind interessant, allen voran „Conscious change“, die im Topoblatt mit 6b+ steht, hat leichte Tendenz zur 6c+/7a. (Ohne Rechtsschleife in Richtung 6a+ am markanten Sinter – bei Schleife könnte 6c hinkommen – aber die Linie bildet der glatte Sinter gerade raus) Die leichteste im Sektor, „Silent Sleep“ 6a+, ist eine gute 6b. Dagegen relativiert sich das offenbar bei den schwerern Routen wie mit „Superman“ 8a, der starke Tendenz zur 7c zeigt oder der „Evel lurks...“ 8a, auch eher 7c (+) ist.
    Bei „Tears of freedom“ 7a+, bei dem ein Autor diese als beste Tour in dem Grad auf unseren Planeten beschreibt, schreibt Roth von Topoguide Alpen:
    „Wer das als beste Tour bezeichnet, hat auf der Welt noch nicht viel gesehen.“
    Wie auch immer, die Touren an der Neversleeping sind schon wirklich sehr gut, sofern die Wand trocken ist, denn sie sabbert natürlich ganz gerne. Wie entstanden nochmal die Sinter?

    Fotostrecke Neverslepping Wall

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    Neversleeping Wall Topo:

Neversleeping Wall Topo
Courtesy of Albert Leichtfried

    Rechts von Silent Sleep kam noch „Bella Susanna“ 6c+ dazu. Den Routenname hätte der Erstbegeher noch größer an die Wand malen sollen, dann hätte man ihn auch vom Meer aus lesen können. Wahnsinn. Die Tour ist trotzdem gut mit Crux ganz oben nach 30 m.

Gesamtfazit - Arrampicare in Sicily Januar 2011


    Da kann man nur eins sagen. Unser Climbing-Wellness-Gourmet Konzept ging mit der korrekten Auswahl der Fluggesellschaft, denn mit der fängt der Urlaub an, mit dem Hotel und den Routen in den wenigen Tagen wieder mal auf. Daher kommen wir sicher wieder, denn es gibt noch einiges zu tun, gerade wenn man für die MSL-Touren von Oviglia/Larcher am Mt Gallo in Palermo noch einen Besuch zusätzlich einplant. Angeblich taugen auch die Überhänge am Rosso Block (Sport) richtisch gut.

Alex Wenners Fazit
Da wird's auch zukünftig noch einges zum Staunen geben!

von Alex Wenner - März 2012
San Vito lo Capo – Update Februar 2012
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Fotos soweit nicht extra vermerkt: Alex Wenner

Führer Update:

    Wir hatten ihn einige Monate lang bei palatinum.info auf der Startseite. Der neue Führer von Harald Röker. Vom April 2011 und schon nicht mehr aktuell, so schnell entwickelt sich San Vito, es werden immer mehr neue Touren gebohrt.
Sizilien-Führer "Sicily Rock" Sicily Rock, 160 Seiten, alle Gebiete um San Vito
von Harald Röker und Karsten Oelze
Preis: 24,80 Euro
ISBN 978-3-938680-15-5
zu beziehen bei: http://www.gebro-verlag.de/

    Klar war, trotz Verletzungen, dass Sicily auch dieses Jahr Programm ist. Es war aussergewöhnlich wenig los, was natürlich höchst löblich ist. Dabei bekommt man eine wunderbare Schontherapie für die Nerven und vor allem für die Seele – das ist Urlaub, Freunde! Witzigerweise trafen wir Kollegen, die ich schon Jahre nicht mehr gesehen hatte. Wenig Leute, aber die meisten davon kannte man. Bernhard Thum mit Freunden, Holger Heuber mit Gunda, Frank Schäfer mit Ulli aus dem Allgäu. Es war bisschen wie früher an einem schönem Kletter- und Trainingstag in der Fränkischen oder in der Pfalz.

    Neue Gebiete, die auch schon im Führer von Harald Röker erfasst sind, sind unter anderem die Gebiete um die Cala Mancina, der Verlängerungsriegel der Salinella-Gruppe.

     

Part V – Parete Cala Mancina

Parete Cala Mancina
Foto: Alex Wenner

    Schon die Zufahrt über San Vito Downtown ist je nach Wetterlage höchst abenteuerlich, denn die ungeschotterte Lehmpiste nach dem Friedhof entwickelt sich bei Nässe schnell zum Off-Road Track par Excellence. Mit unserer kleinen Panda-Schleuder in Hellweinrot ging jedenfalls auf der Zufahrt schon der Punk ab und die Rückfahrt war nicht gesichert, das Auto war etwas versumpft. Im übrigen empfiehlt es sich auf dem großen Platz schon 300 m vor dem ersten Sektor zu parken, da die folgende Strecke mittlerweile eher Jeep-tauglich wurde (viele spitze Steine). Der Zustieg verlängert sich dadurch nur um etwa 3-5 Minuten- also was soll das.
    Landschaftlich ist Mancina aussergewöhnlich nett, die Felsstrukturen saurauh und die Touren im allgemeinen sehr lohnend.  Natürlich finden sich dazwischen immer mal wieder eher mittelprächtige Routen.  Es gibt dort einige neue Touren, die der Apri-Führer noch nicht erfasst hat. Dummerweise waren dort alle Touren mit Sintern und breiten Rissen um die Grotta bei unserem Besuch unbrauchbar, so auch optisch schöne wie „Teamwork“ 8a denn alle Sinterfahnen waren zu 100% nass, da die Woche zuvor durch das Rußlandtief sogar Sicily Schnee, Schneeregen und als wir kamen Regen abbekam. Kurzum, das Wetter bis zum Anreisetag war katastrophal.

     

Part VI – Parete Rocca di Ceriolo

Parete Roca di Ceriolo
Foto: Alex Wenner

    Gerade bei Abendsonne ein optischer Hochgenuss aus 100 m Entfernung bei Scurati und nur knapp hinter der Straße. Sieht aus wie am Arapiles in Australien. Zustieg sehr freundlich - bei etwa einer Minute.
    Aus 3 m Entfernung immer noch ein Optiktraum und wenn man sich dann die neuen Touren im rechten Wandbereich einverleibt, wirds zwar kein Alptraum, die Touren sind schön gesichert (die ganz rechte, noch nicht im Führer, hat knapp 35 m und 16 Bolts!), aber der Fels ist mörderisch scharf – Fakir ist noch untertrieben – abfliegen will ich da nicht. Die neuen Routen links davon (neue kleine Bühler) werden aktuell von etwa ein paar tausend Bienen bewohnt. Wir meinen, das trübt den Genuss leider ungemein. Wer sich also bereit erklären würde mit einem Cleaning-Kletterkurs mit sagen wir Minimum 100 Leuten die Routen zu glätten (schlechte Fusstechnik und Griffe krallen anstatt weich greifen hilft), dem ist schon mal gedankt. Normal freut man sich ja über jungfräulich rauhen Fels – aber das was man am Ceriolo antrifft, das geht definitv zu weit.  Ansonsten, gerade für den abendlichen Showndown und Afterworkbetrieb am Berg, ist der Klotz durchaus zu empfehlen.

Parete Salinella - Update

    Auch hier gibt es hier und da neues Felsmaterial. Um das „Red Alert“ 7c+ gibts neue
    schwere Sachen, zum Beispiel „Dreamworld“ 8a+/b von Harald.
Harald in Dreamworld 8a+/b
Harald in Dreamworld 8a+/b, Foto: MfG H. Röker
    Was uns als relativ ungünstig auffiel, ist dass die Bewertungen doch recht willkürlich bis etwa 7b+ differieren. Da ist eine 6b genauso schwer, wie eine 5c+ 100m weiter rechts, bzw umgekehrt, eigentlich passte die 6b, aber die 5c+ nicht. Manch eine 6c fühlt sich an wie die 7b um die Ecke,einigermassen passend sind dann die Touren ab 7b+ aufwärts, es gibt 6a+´n die 5b sind. Wir meinen, da besteht noch etwas Korrekturbedarf bei den Autoren von Gebro und Versante Sud, oder man lässt das mit den Graden und macht nur kleine Punkte dran zb rotes pünktchen heisst irgendwas zwischen 5c und 6c, gelbes 7a bis 7b+ und schwarz....so wie in der Halle ;-)

Parete Crown of Aragon und Cinema Paradiso Update

Parete Crown of Aragon und Cinema Paradiso
Foto: Alex Wenner

    Am Crown sind die Büsche im Zustiegsbereich bisschen abgebrannt, zum Glück hat sich das Ambiente am Fels selbst nicht verändert und die Touren sind unverändert sehr gut. Geht man vom Crown auf einem Pfad noch 10 Minuten den Hang nach rechts, kommt man zu einem neuen Sektor – dem Cinema Paradiso, das hautptsächlich von Jörg Zeidelhack mit seinen Freuden eingebohrt wurde. Prädikat: lohnt sich, da noch weiterzulaufen.

    Zur Neversleeping Wall kann ich nix sagen, was da neu ist, denn sie Sinter haben bedrohlich genässt in der Woche und waren wohl nur mit viel Übermotivation spassig zu klettern.

    Fazit:
    Trotz Ringband-Verletzung links und Karpaltunnelrestsymptomatik rechts hat sich der Ausflug wieder mal gelohnt, auch wenn dieses Mal nicht der grosse Fang – aka brettharte Touren  drin waren. Dafür war der gegrillte Fisch, die Pasta, die Pizza, der eiskalte sizilianische Weisswein und der Espresso wie gehabt ein Traum und die Felsausflüge waren allesamt sehr erfrischend. Wir kommen ganz sicher wieder.

Auf dem Weg zur Cala Mancina Maria klettert eine 6a in Mancina Die Bucht Die Felsqualität ist top. Klettergebiet Cala Mancina Bernhard Thum klettert eine 7a im ersten Sektor Eine brettharte 6a in Salinella Frank klettert eine 7a+ in der Grotte von Salinella rechts von Soundgarden Mancina An der Crux Auf dem Weg zur Cala Mancina Scopello Wie im Western – Spiel mir das Lied… Scopello Unser Begleiter Das Cafe Segesta -  Elymer Tempel aus 430 v.Chr Scurati Neutour an dem Block – Scharfkantig wird neu definiert Überreste eines Schafs unterhalb von Stargate 7c Sole Mio 6a Kühe, die nicht Gras, sondern Palmen fressen Ostwand des Monte Monaco – eine 6c+ und eine 7b verläuft über den 400m Pfeiler Wind > 100km/h, Wellen > 30 m Maria in einer 6b+ in der Grotta di Mancina Mancina – tolle Farben, tolle Touren Klettern im Super Ambiente Gunda Frühwald und Holger Heuber Maria & Alex Cala Mancina Wenner geht Gassi Die Säulen der Erde In der Neutour am Ceriolo Alex klettert an der Cala Mancina Am Traumpfeiler Salinella
Bilder zum Starten der Fotostrecke anklicken, Fotos: AlexW