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Red Chili climbing gear
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von Alex Wenner Torre Grande di Falzarego – Ampezzo “Via The Wall” 9- (8- obl., 350 m) on sight
(Länge 10 im 2. Versuch)

Erstbegehung: M. Dibona, Moro & C. 2008 – 10. Länge 2009
Art: Toptour, sehr gut gesichert, wenn auch einige schwere Stellen obligatorisch zu klettern sind. Kurzer Zustieg, dolotypischer Abstieg, der aber sicher ist und nicht allzu lang.
Seillängen: 11
Zeit: Vom Falzaregopass etwa 1 km Richtung Cortina. Parken beim Restaurant Strobl. Zu den Falza-Türmen aufsteigen, rechts Richtung Col de Bois. Am Hubi-Landeplatz links aufsteigen. Die Tour befindet sich links von der Dibona und rechts von der Comici (Riesenverschneidung) am Großen Turm (nicht die Südkante vom Kleinen). In 6.5 Stunden (3er Seilschaft) durch die Wand. Vom Gipfel zur großen Sanduhr (Fixschlinge). Von dort 3 x abseilen bis zur Scharte (an einem Kabel, nicht am Doppel). Von der Scharte nochmal 30 m abseilen Richtung Strobl und über steilen Pfad (Steinmänner) mit Abkletterstellen (2 bis 3) ins Latschenfeld und wie beim kleinen Turm Wanderweg zurück zum Strobl. Mit bisschen Gas geben schafft man den Abstieg vom Gipfel in einer Stunde.
Schwierigkeit: 9- in einer Seillänge, meist 7. Grad und unterer 8. Grad
Seillängen:
  1. 7+/8- (45 m) – schöne Wandkletterei an Leisten, aber mit Wasserstreifen, bei uns war die Schlüsselleiste nass – geht trotzdem
  2. 7- (25 m) – klasse steile Wandkletterei und Quergang auf schmalen Absatz (Vorsicht vor Seilverhängern in der Comici-Schlucht beim Nachsichern)
  3. 7 (30 m) – super Wand, super steil und ausgesetzt zu Schlingenstand
  4. 8- (45 m) – geile 10 m bis zu Leistenstelle, danach in schwarze Traumplatte zu Stand an der Pfeilerkante auf Absatz.
  5. 6+ (35 m) – erst über Grasschrofen 15 m etwas rechtshaltend (1. Bolt in der Wand schwer zu erkennen vom Wandbeginn, wo es wieder steiler wird) – recht unlohnende Wandkletterei und Querung zum Baum auf Absatz gut 20 m rechts versetzt rechts vom letzten Stand.
  6. 7 (25 m) – Wandkletterei an Zangen und Leisten – mässig lohnend aber fotogen
  7. 5+ (30 m) – schwerste Stelle = Wändchen vom Stand weg – aufpassen hin zum geschlagenen Haken – über 2 SU querend im Aufstieg zum Stand (keine Keile notwendig wie im Topo vermerkt)
  8. 7- (25 m) – tolle Wandkletterei – es wird wieder athletischer
  9. 8-/8 (35 m) – orange-gelbe Pfeilerwand - Löcher – fränkisch zum nächsten Stand – schwerste Einzelstelle an Überkreuzer – da dürfte auch was fehlen im Vegleich zu den Topos, in denen diese Seillänge mit 7+ oder 8- bewertet ist.
  10. 9- (25 m) in alten Topos mit 8 angegeben (erst nach der Erstbegehung begradigt und mit non confirme bewertet). Der ursprüngliche Ausstieg ging rechts über 6+ Kante. Im Roth Topo mit 8, nach diversen Ausbrüchen pumpige 9- mit schwerer Einzelstelle dazwischen.

  11. 2-3 (55 m) über Rinnen/Schotterstufen zum Gipfel (da kann man mal zur Sicherheit z.B. ein Köpfel einhängen)

Alex Schmalz-Friedberger, Autor des Kletterführers Mayen und Topkletterer im Hunsrück/Eifel, gelang diesen Sommer eine Wiederholung von „The Wall“ am Großen Falzaregoturm - Dolomiten.
O-Ton Alex S.F.: “Danke Alex (AlexW) für den Tipp zu dieser Tour, ist wirklich ein Traum. Die 10. Seillänge ist mindestens 9-, konnte sie im 2.Versuch nach Ausbouldern durchklettern – sehr schwerer Boulder an der Schlüsselstelle.“
Material: Standplätze sowie auch alle Zwischenhaken in ausreichender Zahl vorhanden – kein Plaisir - Keile sind trotzdem keine notwendig oder würden sich irgendwo legen lassen, obwohl ich in Alpentouren immer einen Satz am Gurt baumeln habe, ungünstigerweise. Zusatzgewicht zum trainieren, aber auf der anderen Seite auch beruhigend, falls irgendein Troll Haken entfernt haben sollte. Kurzum: In der Wall hab ich nicht einen davon gelegt und hatte den kompletten Satz Rocks und CAMs dabei. Schade.
Topo:

 

Topo "The Wall"

Topoguide Band II (Roth)

Info:

Was für ein Fiasko. Sonst jammern wir, dass es zu nass, zu kalt, zu neblig ist und das erste Mal in diesem Jahrhundert mussten wir jammern, dass es für diese Wall einfach zu heiss ist. In Erinnerung hatte ich, dass nach 11 die Sonne rausgeht unten am Pfeiler. Tatsächlich verschwindet die dort aber erst um 14:30, also doch mehr Süd- als Ostwand.
Wieviel Wasser sollen wir bei dieser Gluthitze durch die Wand schleppen, ohne an Dehydrierung zu krepieren? Nachdem wir schon bei schwülwarmen Temperaturen einen Ausflug zum Spiz de Mondeval ohne Gipfelsieg unternommen hatten (Ruhetag 1), sollte auch Tag 1 an der Wall ähnlich ausfallen.

Angekommen, gebadet und gegrillt wie aus der Bio-Sauna, gabs zum Auftakt erstmal Bombardement aus der Dibona-, aus der Wall und der Comici-Schlucht. 2-3 Seilschaften in der Dibona, 3 in der Wall, alle aus Austria (war da Feiertag, oder was?), alle 3 aus der Wall mit Schuhen am Einstieg, also alle über die Wall runter, anstatt über den angenehmen Normalweg. Nur weil der Roth die im Topo zum Abseilen beschreibt, ist die Abseilerei über die Tour, O-Ton Austria: "...der reinste Scheiss."

Zudem musste Maria erst nochmal eine Schulstunde im Jümarn nehmen für die schweren Längen, falls notwendig, schließlich kletterte sie erst im Juni dieses Jahres ihre erste 8-. Durch den Gegenverkehr, Beschuss von oben und durch die Vorstellung, zu siebt an einem Schlingenstand zu baumeln, wurds uns schwindlig. Wir hatten genug und zogen ab. Dafür lernen wir Ferdl und Elias aus'm Ötztal kennen, zwei nette Burschen, zwei Männer des 10. Grades. Beide erzählten uns, so wie eine der anderen Seilschaften aus Austria, dass die Ausstiegslänge mit dem 8. Grad nix mehr zu tun hat. Harte Boulderstelle und paar Infos für einen Flash-Versuch am Tag später. Auch die überhängende 9. Seillänge soll schwerer sein als im Topo angegeben.

11:30 nächster Tag, ein guter Kompromiss, zwar Sonne und heiss im Pfeiler bis Länge 5, danach aber Schatten zum Hirn kühlen. Bis Länge 10 ging alles on sight, dann Seil verlängert bis zur Kante, um in den 4 m Überhang reinzuschauen, wie in der Halle oder im Wettkampf ohne Opernglas, nur 300 m über Grund. Leider sieht man die Schlüsselstelle nicht. Also Flash-Versuch.
O-Ton: „Die offene Verschneidung, die ersten 10m (etwa 8-) gingen gut, dann die Schlüsselsequenz. Leiste auf Schulter, links in 2 Fingertasche, blocken zu Sloper, links in seichten grossen Untergriff im Überhang wechseln...wo ist das 2-FingerLoch, von dem die sprachen,..ah da isses. Super Stecker, tief, geht gut. Aber das, was früher wohl die Schlüsselstelle war, ab da geht's heute erst los. Scheiße, wo ist der nächste Henkel? Es gibt keinen! Über eine gelbe Verschneidung mit Sloperseitgriffen geht's jetzt erst rein in die Durchstiegscrux. Am Ende dieser kurzen Verschneidung nur ein flaches Loch links oben, die Tritte gelb-splittrig, links nur so kleine Nase - haufenweise Bruchstellen, Chalk sieht man noch an Bananen, die keine mehr sind - abgebrochen. Shit happens, am nächsten Zug geht's abwärts. Kurz angetickt, nochmal runter zum Stand. Jetzt ist klar, wies geht."

Nach 10 Minuten Pause – Durchstieg. Danach geht's über eine kurze Rinne zum Abschlusswandel, das man am besten direkt über'n Bolt zwickt. Es ist 17:45, Maria muss noch hoch und nur mit A0 wird sie sich wohl schwer tun. Flo kommt zum Stand, Maria kommt auch nach. Steigklemme ins Seil, Maria pendelt raus nach dem Aushängen und hängt wie ein Sack, aber nicht leblos im Seil – Klemme klemmt, aber so, dass sie sie nicht gelöst bekommt. Die Exxe geht nicht ausm Haken – sie hat zuviel Zug. Ich lass ihr das Kabel von Flo runter, 2 Exxen zum Beschweren dran und mit viel Pendeln erreicht das Kabel irgendwann Maria. Sie muss wieder an die Wand.
Zwei Brüller folgen – „Mariaaaa....verdammte Scheiße, pull die Drecks-Schlinge durch“ Mit recht akrobatischen Verrenkungen kommt sie endlich ran an die Wand, der Rest ist ein Kinderspiel. 18:30 kommt auch sie an den Stand, platt aber glücklich. Und das muss hier mal gesagt werden. Marias Leistung war an der Wall Weltklasse.

O-Ton Maria: „Diese Gedanken beflügeln mich jetzt im Alltag , bei der Arbeit, ich fand es einfach toll mit Euch diese Tour zu machen, das sind Dinge, die man nie vergisst.“

O-Ton Flo: „Es war tolle Kletterei. Vielseitig und fester Kalk. Ein schöner (heißer) Tag.”

Fazit: Hammertour, die Spass macht. On Sight Aspiranten sollten solide 8 klettern können, für die Abschlusslänge idealerweise im 9. Grad. Technisch (A0) ist die Tour immer noch 7+/8- oder 8-!

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