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von Alex Wenner Sass die Stria – 2477m – Fanis „Via Berge in Flammen“ 6+ (6+ obl) + „Ultima Tule“ 7+ (7- obl) jeweils 250m Ostwand
Erstebegehung: Berge: Maceri/ Galvagni 2006
Ultima: Galvagni/Filippi 2008
Art: Mittelmäßige neue Genusstour mit nur 2 guten Seillängen, die letzte Pfeilerlänge und die 6+ vor dem Schlund sind richtig gut, der Rest gestufter Fels mit wenig eindrucksvollen Passagen. Die heikle sandige Verschneidung (6+) braucht einen sicheren Vorsteiger, der Risse klettern und mit Keilen umgehen kann. Die Ultima ist eine reine Sportklettertour auf Topfels. Clippen und fröhlich sein.
Seillängen:

Berge in Flammen: 6 SL (6, 6, 6+, 6+, 5, 6)

Ultima Tule: 8 SL (7-,7+, 7+,7+, 7,7-, 7-, 4+)

Zeit: In 10 min zum Einstieg, beide sind mit Schildern markiert, zuerst kommt Ultima, 50m weiter oberhalb startet Berge. Jeweils etwa 2.5 - 3h Klettern, 45 min runter über Kriegssteig.
Material: 10 Exxen, CAMs, Rocks (auch der 12er ist nützlich für den Einstieg in die sandige Verschneidung) Schlingen – für Ultima Tule nur 12 Exxen
Topo:

Topoguide Alpen Band II, Roth – für Berge und Ultima

Info: Unsere Woche ist nicht gerade gesegnet mit einem Dauerhoch, es schifft jede Nacht bis morgens um 5,manchmal bis 9 Uhr. Daher fallen längere Touren aus und die Nordwände kann man aufgrund des Nordföhns mit Nordströmung mit 3-4°C komplett vergessen. Die Ostwand des Sass di Stria bietet neue Touren, teils mit BH gesichert, teils mit NH. Auch die Ultima Tule 7+ (nur BH) kletterten Fred und ich als Abendbeschäftigung (Bilder von Klaus in der Gallery Rest and bad wheather days) . Berge im Flammen ist etwas alpiner von der Absicherung. Ostwand verspricht jedenfalls schnelle Trocknung morgens. Teilweise muss man aber zwischen den Haken 12-15m klettern und in der sandigen Verschneidung kommt überm Stand erstmal 20m nur steiler Schotter, dann in der Verschneidung 5m nix,Riss ist breit und nur am Rissanfang lässt sich ein CAM 2 und ein ROCK 12 versenken. Das ist in der Tat heikel. Was Roth meint mit CAM 4 zwischen den Haken und dort heikel, weiss ich nicht. CAM 4 passt am Rissstart alternativ für CAM2 und Rock, aber den braucht es zwischen den BH nicht mehr.
Ist der erste Bolt in der Verschneidung eingehängt, ists gelaufen. Danach stimmt das Topo von Roth nicht. Nach der ersten kurzen Pfeilerverschneidung gehts NICHT links in den Schlund, sondern es folgt erstmal eine 10m lange, wenig überhängende Schuppe (nochmal 6+, 2BH) zu Absatz (1BH). Dort unbedingt Stand machen (BH + CAM). Das Seil lässt sich im Schlund von ganz unten kommend sicher nicht mehr ziehen. Ab Stand 20m in den Schlund, den durchqueren (1 SU) und am Ende des Schlunds , CAM 3 links, jetzt NICHT wie ich,mit Spreizschritt über die Schlucht. Bin ab dort die brüchige Rinne rechts aufgestiegen (Vorsicht der 2-Tonnen-Riesenblock im Dreck kommt bei Belastung) und rechts in die Wand gewechselt, 20m überm CAM 3 bereits. Von dort leider Rien ne va plus. In der linken Verschneidung lässt sich aufgrund der Rissbreite kein Stand bauen, rechts zu einem BH queren des Pfeilerausstiegs dürfte noch heikler sein, als zum Stand abzuklettern. Zudem hab ich den BH des steilen Pfeilers nicht sehen können von der Seite. Ich bin dann wieder direkt geradeaus runter über senkrechten Fels zum Stand abgeklettert (da war in den letzten Jahren meine heikelste Aktion in den Alpen überhaupt). Zurück über die Zustiegsrinne ging auf jeden Fall nicht mehr.
Daher richtig: Am CAM 3 am Ende des Schlunds, Aufstieg IM KAMIN zb im Kamin oder auf der Kante des Kamins auf den Absatz am Ende des Kamins. Stand an 1 BH + 1NH. Jetzt in steiler Pfeiler-Kletterei 55m (3BH, 1H) 12-15m Abstände zum Ausstieg, kaum Sicherungsmöglichkeiten mit CAM´s (Kaum Risse) über 2 kleine Schluchten aufsteigend in Wiesen-Schotter rein bis zu Block. Dort 2 BH, Augen auf !!! die sieht man schlecht.
10m aufsteigen (2er Gelände) und rechts über Schotter und Wiesen zum Kriegssteig.
Fazit:

Unterhaltsame Kletterei, unten mäßig und grasdurchsetzt und über Absätze in gesuchte Felswandl rein (nebenan würde ein 3er verlaufen über Schotterrinnen, wäre aber noch unlohnender). Bietet nur paar interessante Kletterstellen, vor allem der Ausstiegspfeiler lohnt den Ausflug. Die Länge ist Top. Je nachdem wie weit links oder rechts man auf dem Pfeiler klettert, variiert die Schwierigkeit bei dieser Länge zwischen 5+ und 6. Tip: Besser gleich die deutlich bessere Ultima Tule klettern.

Ultima Tule: Schöne, für den Sass di Stria überragend feste und kompakte Wandkletterei und einige tollen Seillängen. Dazu noch bestens abgesichert. Stände an 2 BH oder Ketten.
Fazit: Super Sportklettertour – raufsteigen und geniessen – Routenerklärung erspar ich mir. Das Topo zeigt alles, Orientierung aufgrund der vielen Haken auch kein Problem.
Es gibt dazu nur 2 Fotos, da Klaus von unten fotografiert hat, wir keinen Rucksack oder Kamera dabei hatten. Pics sind in der Gallery Rest and bad wheather days.

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