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von Alex Wenner Torre Grande – Nuvolau „Via Dimai Direkte“ 7- (200m)
Erstebegehung: Dimai / Ghedina 1933
Art: Sanierter Alpin-Klassiker – sportklettermässig gesichert – sehr gute Felsqualität und oben athletisch, ansonsten ausgesetzte Kletterei vom Feinsten. Bisschen übersaniert und kurze Seillängen.
Seillängen: 8 SL (V+, IV+, VI+, V, VI, VII-, IV, III)
Zeit: Mit dem Sessellift zu den Torre oder ab Ende August mit dem Auto zum Rifugio und zu Fuss in 15 min von beiden Hütten zum Einstieg. 2.5 h Klettern, Abseilen und zurück zum Auto. Abstieg ohne Lift: 20min im Jogging-Tempo oder zum Auto Refugio in 10 min.
Material: 12 Exxen, kleiner Satz CAMs für den Ein- und Ausstieg, in der Dimai braucht es ausser Exxen nichts.
Topo:

bergsteigen.at und Wagenhals Süd Dolomiten

Info: Nach der morgentlichen Aktion an der Pacchia wollten wir felsqualitativ am Nachmittag nochmal was besseres klettern. Da bot sich die Dimai regelrecht an. Kurzer Zustieg, 8 kurze Seillängen, also ran an die Mauer. Erstmal Stau in der ersten Schrottspecklänge der Myriam mit traumatisierter und kreidebleicher Osteuropäerin, die heulend zurück zum Einstieg gebracht wurde. Ein weiteres Team aus Czech, sie nicht bereit zu klettern, am ersten Haken sozusagen den Nachstieg verweigert. Bevor ich einen völligen Ausraster bekam, stieg ich an der mittlerweile in eine Bewegungsstarre gesunkene Dame vorbei und so kamen wir doch noch etwa um 15Uhr rein in die Dimai. Erste Länge Miriam kann man mal einen CAM zu den Haken dazuschieben, denn wenn fliegst, dann wegen dem unglaublich hohen Speckfaktor, der ab Länge 1 in Dimai adacta liegt. In der Dimai angekommen (bis dorthin etwa 70m) 15m Quergang an Kante und ab der Kante wird der Fels verdonesque, allerdings gelb-orange anstatt grau. Schlingenstand auf Kante laut Bernardi Führer haben wir gemacht, man kann aber auch gemütlich nochmal 7m links aufsteigen zu gemütlichem Stand auf Absatz. 20m Querung zu luftigem Stand an 2 neuen BH und 2 alten BH und gerade durch Thai-Fels zu Stand unter dem überhängenden Riss, den man nicht als Riss, sondern über Henkel links und rechts des Risses durch weite Blockierzüge macht. Coole Züge. Alles bestens gesichert, zuviele Haken insgesamt auf die Distanz. Das macht aber das Unternehmen völlig stressfrei. Nach dem Riss auf Absatz links Stand an 2 Bolts. Die nächste Länge ist unklar, wie man da über Rinnen und Absätze den 10m Abseilstand vom Normalweg erreicht. Vom Stand sind wir links aufsteigend in Rinne und am Ende links über Wand zu Absatz (CAM). An Turm 5m Quergang Richtung Normalweg und absteigend in Kuhle. Dort 6m unterhalb Abseilanker des Normalweges, so wie´s ausgesehen hat. Im Schotter aber schwer zu sehen und ob´s der Abseilhaken war, ist auch unklar. In der Kuhle Stand an CAM 2 an Block. Gerade zum Gipfel und über Plateau zum grossen Steinmann. Direkt dahinter ist ne Kette (2BH), die offensichtlich kein Führer-Autor kennt. In keinem Dolo-Führer ist diese Abstiegsvariante beschrieben, geht aber auch ausschliesslich nur mit Doppelseil ! Ab dort 30m abseilen und über die schräge Platte am Block zu weiterem Ring links vom eingeklemmten Block. Ab dort 60m freihängend abseilen (beeindruckend) in die tiefe dunkle Schlucht. Kein weiterer Ring unterwegs Richtung Schlucht ! Über Schotter 30m absteigen zur Kante. Von hier nochmal 25m abseilen. Man kommt direkt neben Einstieg Filandia und Dimai-Riss raus. Ab hier Berg runter zum Einstieg der Myriam/Dimai und zurück zu den Hütten.
Fazit: Abgesehen von den ersten hässlichen und gespeckten Myriam Seillängen, die aber recht leicht sind, traumhaft schöne, super abgesicherte, steile und ausgesetzte Genusskletterei für den Nachmittags-Kletterer. Wobei, morgens hät's Sonne, für die kühleren Tage und für die Frühaufsteher.

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